Die besten Leica Modelle der Geschichte

Was als erste Kleinbildkamera aller Zeiten begann, ist heute zu einer stattlichen Reihe an Leica-Modellen herangewachsen, die neben analogen Messsucher-Kameras auch Spiegelreflex- und Digitalkameras und seit 2021 sogar ein Leica Handy umfassen.

Legendäre Leica-Modelle

Die zeitlose Kamera mit dem charakteristischen roten Punkt und der geschwungenen Aufschrift ist schon lange Kult. Von der ersten Kleinbildkamera der Welt über die legendären Leica-M-Modelle der bis heute beliebten Messsucherkamera-Reihe bis zur Vollformatkamera Leica SL2, die einen der aktuellen Lieblinge aus dem Hause Leica unter Foto-Profis darstellt, hat sich viel getan. Einige Leica Modelle waren ein Flop und ihre Produktion wurde schnell wieder eingestellt, andere wurden über lange Zeiträume hergestellt, angeführt von der Leica M3, die in einer Auflage von insgesamt 226.178 Stück produziert wurde.

Die Ur-Leica

Das Vorläufer-Modell der modernen Leicas wurde bereits 1914 von Erfinder Oskar Barnack in Wetzlar zusammengesetzt. Da er an Asthma litt und gleichzeitig für Naturfotografien auf langen Wanderungen brannte, wollte Barnack eine Kamera schaffen, die sich anders als damals übliche klobige, schwere Kameras mit auf Streifzüge nehmen ließe. Die Kamera, die Wegbereiter des Erfolgs der späten Leica Kameras werden sollte, wird heute im Leica-Museum in Wetzlar aufbewahrt. Stoff für einen spannenden Roman bietet die Zwillingsschwester dieser Ur-Leica. Oskar Barnack hatte seinerzeit nämlich zwei Ur-Leica-Modelle hergestellt, von denen eines den Krieg im Museum in München gut überstand, dann aber bei einer Auktion versteigert wurde und in die Hände privater Sammler geriet. Seitdem gilt dieses Exemplar der ersten Leica als verschollen.

Das Besondere an dieser Ur-Leica war vor allem ihr winziges Format, weshalb sie ursprünglich den Namen “Liliputanerin” tragen sollte. Die kompakte, handliche Größe wurde möglich durch den Einsatz von perforiertem 35 Millimeter Kinofilm, der nicht wie bis dahin üblich vertikal, sondern stattdessen horizontal in der Kamera verlief. Trotz des großen Erfolges bei ersten Probeaufnahmen mit der neuartigen Kamera mussten deren Weiterentwicklung und serienmäßige Produktion bis nach dem Zweiten Weltkrieg warten. 

Erst anschließend wurde 1924 und 1925 probehalber die Leica-Null-Serie mit vermutlich 23 Prototypen produziert. Seit Juni 2022 ist eine Kamera aus dieser Reihe die offiziell teuerste Kamera der Welt. Es handelt sich um die Kamera, die dem legendären Erfinder der ersten Leica-Kamera, Oskar Barnack gehört hatte. Barnack zeichnete damit zahlreiche Fotos aus seinem Familienleben auf. Die Kamera, die für 14,4 Millionen Euro versteigert wurde, trägt den Namen des Erfinders eingraviert.

Leica I & II

Als erste serienmäßig produzierte Leica-Kamera kam dann 1925 die Leica I auf den Markt. Zuerst wurde sie mit einem fest eingebauten, versenkbaren 50-mm-Objektiv verkauft, ab 1930 gab es sie dann mit einem Wechselgewinde und damit der Möglichkeit verschiedener Objektive. Schon mit der ersten frei verkäuflichen Leica waren 36 Aufnahmen in rascher Folge möglich, was das Fotografieren völlig veränderte. Ab 1932 erschien dann die Leica II mit eingebautem Entfernungsmesser zum schnellen Fokussieren und neuen, verbesserten Objektiven.

Die Leica M-Serie

Kaum eine Kamera hat einen solchen Wiedererkennungswert wie die Leica M. Die Kameras dieser Serie, ganz besonders die erste M-Kamera, die Leica M3, hat eine ganze Generation von FotografInnen und auch die Fotografie-Welt, wie wir sie heute kennen, nachhaltig geprägt. Zwischen der ersten Leica II und dem Erscheinen der M3 liegen ganze 22 Jahre, was angesichts der bewegten Ereignisse in Europa und des Zweiten Weltkrieges, die auch die Leica Kamera AG nicht verschont ließen, kaum verwunderlich ist.

1954 erschien die erste Kamera der legendären M-Serie. Erstmals gab es damit eine Kamera, die über einen integrierten Leuchtrahmen-Messsucher sowie einen automatischen Parallaxenausgleich verfügte. Die Kamera bot außerdem eingespiegelte Bildfeldbegrenzungen für 50 mm, 90 mm und 135 mm. Was die Leica M von da an besonders macht, ist unter anderem die Kompatibilität der neuen Kameras mit bisherigen Objektiven und Zubehör. Bis 1967 wurde allein die Leica M3 226.178 Mal produziert.

Kaum weniger bekannt ist das Folgemodell der Serie, die als preiswertere Alternative zur M3 erschienene Leica M2, deren Design sowie Sucher- und Entfernungsmesser-System sich als Standard aller folgenden Leica M-Modelle etablierte. Es folgten weitere Messsucherkameras der M-Serie mit der M4, M6, M7, M8 und M9 und der neusten, 2022 erschienenen M11.

Spiegelreflexkameras von Leica

Auch wenn Leica bis heute zweifellos vor allem für ihre Messsucherkameras aus der M-Reihe bekannt ist, hat die Firma auch anderes zu bieten. Bereits 1964 reagierte Leica auf den steigenden Trend zu Spiegelreflexkameras und brachte 1964 die erste eigene Spiegelreflexkamera, die Leicaflex, auf den Markt. 1976 folgte die erste elektronische Spiegelreflex-Leica mit Zeitautomatik und Selektiv/Integralmessung. Heute stehen vor allem Vollformatkameras wie die SL2 in der Fotografie-Welt hoch im Kurs.

Die Exoten unter den Leicas

Dass Leica mehr kann als die berühmte M-Reihe, ist nichts Neues. Über Liebhaber- und Experten-Kreise hinaus aber sind manche Leica-Modelle bis heute immer noch wenig bekannt. So stellte die Firma 2012 mit der Leica M Monochrom die erste digitale Schwarz-Weiß-Kamera der Welt vor. Motiviert ist diese Entscheidung zum Retro-Look nicht nur vom Hype um den Vintage-Look, sondern durch das Weglassen der Farbfilter in der Kamera wird auch die Empfindlichkeit erhöht und das Rauschen minimiert. Die Auflösung des Vollformatsensors der Leica M Monochrom fällt genau wie bei der M9 aus.

Seit 2016 wagt die Firma außerdem Neues, indem es eine erste Sofortkamera herstellt. Die Leica Sofort orientiert sich sichtlich an den Instax-Modellen der japanischen Firma Fujifilm und soll an deren Erfolge anschließen. Ein anderer Exot unter den Leica-Modellen ist das erste Handy der Firma, das 2020 vorgestellte Leitz Phone I. Bisher wird es nur in Japan vermarktet und bleibt vorerst eine Randerscheinung in der Leica-Welt.

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