Was soll in die Kameratasche?

Nicht nur um einen Bandscheibenvorfall oder zumindest schmerzhafte Verspannungen durch eine zu schwere Kameratasche zu vermeiden, sondern auch um eine praktische Aufteilung und Handlichkeit der Fototasche zu gewährleisten, ist es wichtig, sich ein wenig mit ihrem Inhalt auseinanderzusetzen. Was genau in die Kameratasche gehört, hängt zuerst einmal von zwei wichtigen Faktoren ab: Welche Art von Fotografie in welchem Rahmen es sein soll und welche Kamerataschen vielleicht bereits vorhanden sind. Auch die vorhandene Fotoausrüstung und der Erfahrungsgrad des Fotografen spielen eine Rolle, obwohl einige Ausrüstungsteile durch unkonventionelle Alltagsgegenstände ersetzt werden können, die grade für Anfänger eine preisgünstige Alternative bieten. Das Fassungsvermögen der Tasche legt natürlich unter anderem die in ihr transportierbaren Objekte fest. Um eine allgemeine Orientierung für den idealen Inhalt einer Kameratasche zu bieten und so auch bei der Wahl der passenden Tasche zu helfen, werden im Folgenden ein paar wichtige Punkte, die erfahrenen Fotografen am Herzen liegen, ausgeführt. In die Kameratasche gehören neben der Fotoausrüstung nämlich auch noch ganz anderes, aber das hängt ganz vom Fotografen ab!

Auf den Anlass kommt es an

Für manche Unterfangen braucht ein Fotograf eine umfangreiche Ausrüstung, die neben der Kamera mit verschiedenen Objektiven auch einen reflektierenden Schirm, ein schweres Stativ und dazu noch einen Laptop einschließt. Bei anderen Gelegenheiten wie beispielsweise einem Stadtspaziergang mit dem Ziel einiger Streetfotografie-Schnappschüsse macht man sich lieber federleicht auf den Weg oder pirscht unbeschwert stundenlang durch den Wald, bis der ersehnte Vogel vors Objektiv flattert. Eine für jeden Anlass ideal gepackte Kameratasche gibt es also nicht. Vielmehr kommt es auf die persönlichen Vorlieben des Fotografen, seine Ausrüstung und vor allem auf den jeweiligen Anlass an. Einige Basics schätzen Fotografen jedoch, egal ob Anfänger oder Profi, Schul- oder Abenteuerfotograf.

Basics der Fotoausrüstung

Neben der Kamera gibt es einige grundlegende Ausrüstungsgegenstände, die unbedingt in jede Fototasche gehören. Dazu gehören ein oder mehrere Objektive, Ersatzakkus und leere Speicherkarten sowie Reinigungszubehör wie Objektivreinigungstücher, ein kleiner Pinsel oder ein Blasebalg. Neben diesen Basics schätzen viele Fotografen einen Fernauslöser sowie Systemblitze, zu denen natürlich die passenden Batterien oder Ladegeräte in die Kameratasche gepackt werden sollten. Erfahrene Fotografen nutzen oft auch diverse Filter, die sie immer dabei haben. Dazu gehören verschiedenfarbige Filter oder Polfilter, Grauverlauffilter oder Graufilter für Langzeitbelichtungen. Etwas unhandlicher wird es, wenn auch ein Stativ oder beispielsweise ein reflektierender Schirm mit von der Partie sein soll. Nur bei bestimmten Anlässen können schwere und sperrige Ausrüstungsgegenstände wie Video-Leuchten, Studiolicht oder besondere Aufsätze wie die in der Automobil-Fotografie üblichen Rigs nötig sein.

Neben der eigentlichen Fotoausrüstung kann es hilfreich sein, ein wenig extra Platz für einen Stadtplan oder Reiseführer zu haben. Außerdem können ein Notizbuch und Stift nützlich sein, um besondere Orte, Lichtverhältnisse zu bestimmten Tageszeiten oder geniale Einfälle für zukünftige Foto-Abenteuer festzuhalten. Je nach Anlass gehören vielleicht auch andere Dinge wie Snacks, eine Wasserflasche, eine Regenjacke, das Handy oder Portemonnaie in eine gut gepackte Kameratasche. Die richtige Aufteilung in der Kameratasche ist wichtig, denn sie engt unter Umständen auch die Anzahl von Objektiven, die transportiert werden können, ein. Wer beispielsweise gern einen Laptop oder ein Tablet unterbringen möchte, sollte am besten schon beim Kauf der Kameratasche auf eine entsprechende Unterteilung achten.

Die passende Kameratasche

Für Streetfotografie bieten sich unauffällige, alltagstaugliche Taschen an, ein Hochzeitsfotograf hat vielleicht lieber mehr Ausrüstung dabei und greift auch schon mal zum bequemen Rollkoffer. Je nach Anlass und Interesse variiert nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form der Kameratasche. Im Allgemeinen sind wasserfeste und schmutzabweisende Taschen zu empfehlen, die unter Umständen zusätzlich über ein extra Regencover verfügen. Auch robuste Taschen mit interner Polsterung zum besseren Schutz des kostbaren Inhalts sind empfehlenswert. Wichtig ist, dass die Tasche beim jeweiligen Einsatz bequem und komfortabel ist.

Alles Weitere ist eigentlich Geschmackssache bzw. kommt auf die besonderen Anforderungen für den jeweiligen Einsatz an. Wichtig sind das Volumen der Tasche und wie sie sich transportieren lässt - ein Rollkoffer mag praktisch beim Einsatz einer Vielzahl von Ausrüstungsgegenständen sein, bietet sich aber auf unwegsamem Terrain in der Naturfotografie wenig an. In der Street- oder Reisefotografie stellen sich außerdem besondere Fragen wie die der Diebstahlsicherheit oder auch der Optik. So möchte man vielleicht wenig auffallen und zieht ein alltagstaugliches Design der typischen Fototasche vor, deren Optik sofort auf ihren Inhalt schließen lässt. Neben praktischen Fragen sind Optik und Material natürlich auch vom persönlichen Stil abhängig und die Kameratasche sollte vor allem zum Fotografen passen und immer gern zur Hand genommen werden.

Kleine Tricks

Fotoprofis wissen um die kleinen Tricks, die manchmal viel verändern können. Auch wenn die Dinge, die sie in ihre Kamerataschen packen, manchmal unkonventionell oder gar abwegig erscheinen mögen, können Taschentücher, Duschhauben und Klebeband die Voraussetzungen für einen gelungenen Fotoausflug schaffen. Ein weißes Taschentuch kann beispielsweise zum Weißabgleich dienen, die Duschhaube kann vor der häufigsten Kammerabeschädigung, nämlich einem Wasserschaden, schützen und das Klebeband oder Duct Tape kann ein zweites Paar Hände ersetzen und beispielsweise Systemblitze an einem praktischen Ort fixieren helfen. Als künstliche Lichtquelle kann eine Taschen- oder Kopflampe gute Dienste leisten und ein kleines, leichtes Stativ mit vielen beweglichen Gelenken, auch bekannt als Gorillapod, kann die Kamera an ungewöhnlichen Orten fixieren und so ganz besondere Blickwinkel ermöglichen.

Probieren geht über Studieren

Letztendlich kommt der ideale Inhalt einer Kameratasche nicht nur auf die besonderen Vorlieben des Trägers und den Anlass an, sondern wird auch durch die Tasche selbst und die verwendete Kamera bedingt. Wenn man sich noch nicht ganz sicher ist, welche Bestandteile der Ausrüstung passend oder nötig sind, kann es helfen, die Kameratasche mal minimalistisch und mal mit voller Ausrüstung zu bestücken und darauf zu achten, was vielleicht gefehlt hat oder überflüssig war. Grade zu Anfang ist es wichtig, die Kameratasche nach einem Einsatz immer wieder ganz auszupacken, damit beim nächsten Mal keine überflüssige Ausrüstung mitkommt, die sich ganz unten in der Ecke versteckt hatte… Viele Fotografen schätzen es außerdem, minimalistisch zu beginnen und mit steigendem Erfahrungsstand die Ausrüstung in der Kameratasche nach und nach zu erweitern!

 

Bilder: Phil Penman

Quellen

https://www.foto-hess.de/2017/05/18/wie-finde-ich-die-perfekte-fototasche-5-fragen-die-zum-ziel-fuehren/

https://www.wandelbar-photo.de/kameratasche/

https://christiananderl.com/blog/5-dinge-fuer-die-kameratasche/

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