Welche Berühmten Fotografen fotografieren mit Leica Kameras?

Leica Kameras gelangten nach ihrer Markteinführung schnell zu weltweiter Berühmtheit und erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Amateur- und ProfifotografInnen gleichermaßen. Die neuartigen Kameras machten eine ganz neue Art des Fotografierens möglich und prägten damit auch die Menschen, die hinter der Linse arbeiteten.

Erste Fotos mit der Leica

Die ersten Fotografen, die das Privileg hatten, mit der ungekannt kleinen, leichten und handlichen Leica-Kamera zu fotografieren, waren ihr Entwickler Oscar von Barnack und der Besitzer der Leica Kamera AG Ernst Leitz. Auch wenn beide keine professionellen Fotografen waren, sind uns ihre Bilder, die in Lebendigkeit und Spontaneität eine vorher nicht da gewesene Qualität aufweisen, bis heute erhalten. Noch vor dem Erscheinen der Leica I fotografierten die beiden Amateurfotografen mit Vorläufermodellen wie der sogenannten Ur-Leica Szenen des Alltags in Wetzlar, dem Geburtsort der Leica, und auf Reisen. Damit sind sie nicht nur die ersten Fotografen, die mit der Leica Bilder auf Film bannten, sondern auch Wegbereiter der Street-Fotografie.

Pionier der Street-Fotografie: Henri Cartier-Bresson

Eine Frau, die eine geschwungene Treppe emporsteigt, während um sie herum Tauben auffliegen. Ein Mann mit einem Kind an der Hand, die vor einem riesigen Leninplakat einen Platz überqueren. Die Spitze eines Kahns, die in einer Diagonale den perfekten Bogen einer Brücke durchschneidet. Henri Cartier-Bresson, das sind Kompositionen, die fesseln und nicht mehr loslassen, die Räume öffnen und ein in die Vergangenheit entführen.

Wie kein anderer hielt der Franzose lebhafte Szenen auf dem Land und in der Stadt fest und gilt weithin als Pionier der Street-Fotografie. Dabei gehörte er zu den ersten professionellen Fotografen, die auf den 35 Millimeter Film und auf Leica Kameras setzten. Berühmt wurde unter anderem Henri Cartier-Bressons Aussage, die Leica sei für ihn in seiner Arbeit wie eine Erweiterung des Auges, er verschmolz also förmlich mit seinem liebsten Werkzeug.

Henri Cartier-Bressons Bilder sind dabei viel mehr als Zeugnisse ihrer Zeit und Einladungen, dem Fotografen in eine Welt voller komplexer Muster und Kontraste zu folgen. Er gründete nicht nur die Magnum Fotoagentur gemeinsam mit Fotografen Freunden in New York, sondern inspirierte und beeinflusste durch seine Arbeit viele Nachwuchstalente nachhaltig.

Die frühe Fotografin Inge Morath

Eine der bekanntesten Frauen, die sich schon früh der Arbeit mit der Leica verschrieben, war die österreichische Fotografin Inge Morath. Sie beschreibt in einem Interview, dass sie durch die Bilder von Henri Cartier-Bresson ihre Liebe zur Fotografie entdeckte und an ihnen das Fotografieren lernte, noch bevor sie selbst eine Kamera zur Hand genommen hatte. Sie wurde eines der ersten Mitglieder der frisch gegründeten Magnum Fotoagentur und bereiste später mit ihrer Leica die Welt. Dabei machte sie unter anderem berühmte Fotos von Marilyn Monroe und Dustin Hoffman am Filmset.

Kriegsende in Berlin: Yevgeny Khaldei

Manche Bilder schreiben Geschichte und prägen auf Jahrzehnte die Erinnerung an einen bestimmten historischen Moment.  Und so kommt kaum eine Dokumentation über das Ende des Zweiten Weltkrieges ohne die Bilder des sowjetischen Fotografen und Kriegsbereichterstatters Yevgeny Khaldei aus. Er hielt nicht nur den historischen Moment fest, als ein Rotarmist die sowjetische Flagge über dem schwer zerstörten Reichstag in Berlin hisste, sondern auch die verrückten Szenen, die sich überall in Berlin und Deutschland in den Wirren des Kriegsendes abspielten.

Leider hatte Yevgeny Khaldei es in späteren Jahren in der Sowjetunion schwer und konnte seiner Arbeit und Leidenschaft als Fotograf nur sehr eingeschränkt nachgehen. Nach dem Fall der UdSSR wurde er unter anderem beim Festival Visa in Perpignan gewürdigt und seine Arbeit gefeiert. Seine Fotos von 1945 mit der Leica sind schon jetzt ein wichtiger Teil der Geschichtsschreibung und prägen das Bild des Kriegsendes.


Sebastião Salgado

Nicht erst seit dem beeindruckenden Film “Das Salz der Erde” gehört Sebastião Salgado zu den bekanntesten Fotografen unserer Zeit. Beeindruckend porträtiert der brasilianische Fotograf Menschen auf allen Kontinenten, immer in schwaz-weiß, immer faszinierend. Vor allem in seinem Frühwerk arbeitete Salgado mit einer Leica R6, die er später durch eine Digitalkamera ersetzte. 

Nachdem er sich in seinem Werk “Exodus” mit Migrationsströmen beschäftigt hatte und dabei immer wieder Zeuge von viel Leid und Elend geworden war, verlor  Sebastião Salgado für einige Zeit die Lust am Arbeiten hinter der Kamera. Den Weg zurück zur Fotografie fand er nur über die suche nach unberührter Natur, die Begegnung und Dokumentation von besonderen, völlig naturbelassenen Orten. So entstand seine berühmte Ausstellung “Genesis”. 2014 erschien außerdem der Film “Das Salz der Erde”, bei dem Wim Wenders Regie führte und der sich mit dem Leben und Werk dieses großen Fotografen beschäftigt.

Weiterhin arbeitet Sebastião Salgado an sozialkritischen Themen, die sich vor allem mit seiner Heimat Brasilien beschäftigen. So erschienen im letzten Jahrzehnt zwei Bildbände von ihm, die das Leben und Kultur sowie deren Zerstörung im Amazonasgebiet abbilden.

Leica in Farbe: Joel Meyerowitz

In den 1960er-Jahren standen viele FotografInnen der Farbfotografie noch kritisch gegenüber. Es wurde allgemein in Frage gestellt, ob man farbige Fotografien als Kunst betrachten könnte und viele waren der Meinung, nur die Schwarz-Weiß Fotografie sei wahre Kunst. Nicht so der US-amerikanische Fotograf Joel Meyerowitz, der bereits 1962 begann, in Farbe zu fotografieren. Während er in den frühen Jahren seine Arbeit noch zwischen Farb- und Schwarz-Weiß Fotografie wechselte, verschrieb er sich ab 1972 ausschließlich den farbigen Bildern. 

Mit weitreichenden Ausstellungen in renommierten Museen wie dem MOMA in New York sowie Würdigungen in Dokumentationen des BBC gehört  Joel Meyerowitz inzwischen zu den großen Namen in der Fotowelt, und der “Zauberer mit der Farbe” hat seinen festen Platz in der Leica Hall of Fame.

Leica Heute

Die Leica ist nicht nur mit der Fotogeschichte verwoben wie kaum eine andere Fotokamera, sie inspiriert und prägt auch heute die Arbeit von Nachwuchstalenten in der Fotowelt sowie bekannten FotografInnen gleichermaßen. Das zeigt ein Blick auf die Shortlist des international renommierten Leica Oskar Barnack Awards, der 2022 bereits zum 42. Mal verliehen wird. 

Hier finden sich vorwiegend aber nicht ausschließlich Farbfotografien, die von FotografInnen auf der ganzen Welt mit Leica Kameras aufgenommen wurden. Auffällig ist der Bezug auf soziale Themen und aktuelle politische Einflüsse. So beschäftigen sich die Fotografen mit dem Thema Wasser im Kontext des Klimawandels, mit der Rolle der Frauen in Afghanistan oder mit Migration und Perspektivlosigkeit auf dem amerikanischen Kontinent.

Ein Blick in die Geschichte macht deutlich, dass die Leica Kamera viele große FotografInnen begleitet und in ihrer Arbeit mit geprägt hat. Trotz des Retro-Looks, der der Kamera anhaftet, ist sie aber auf keinen Fall ein Museumsstück, sondern bleibt weiterhin ein lebendiger Teil der Fotowelt.

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